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Körberbezogene Interaktionstherapie

bei Körperkontaktblockierung

Alle Menschen haben von Geburt an das Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Annahme. Dieses Grundbedürfnis ist eine genetisch festgelegte Eigenschaft. Kinder, die Geborgenheit erleben und annehmen können, entwickeln ein gesundes und wachsendes Interesse an Mitmenschen und Umwelt...

Ein Mangel an körperlicher Nähe bzw. das Unvermögen Geborgenheit und Vertrauen durch Körperkontakt ausreichend erleben zu können, führt zu einem emotionalen Defizit bei betroffenen Kindern und Erwachsenen. Kinder, die sich Zuwendung und Freude nicht über eine positive Beziehung und Nähe holen können, neigen dazu, vermehrt Aufmerksamkeit in Form von Machtkämpfen zu suchen. Eltern brauchen viel Kraft und Ausdauer im Alltag, um sich durchzusetzen. Seelische Verletzungen aller Beteiligten sind die Folge.

Die Gründe dafür, warum ein Kind einen Mangel an körperlicher Zuwendung erleiden kann, sind vielschichtig. Sie können auf Seiten der Bezugspersonen oder des Kindes oder auf beiden Seiten liegen. Das Problem ist nur selten eine unzureichende Versorgung des Kindes mit elterlicher Zuwendung. Häufig ist das Gegenteil der Fall: Eltern wollen mit ihrem Kind schmusen, aber das Kind nimmt dieses Angebot nur unzureichend an. Häufig hört man solche Eltern sagen: Unser Sohn/unsere Tochter war noch nie ein „Schmuser“. Baut ein Kind eine Körperkontaktblockierung auf, wehrt es sich vordergründig gegen Nähe. In der Tiefe bleibt aber der Wunsch auf Körperkontakt uneingeschränkt bestehen. Die Blockierung bzw. Abwehr ist also nur oberflächlich bzw. ein vordergründig sichtbares Verhalten.

 

Wie sieht eine Körperkontaktblockierung aus?

Betroffene Kinder suchen seltener aktiv den Körperkontakt zu ihren Eltern, manchmal von Säuglingsalter auf. Viele vermeiden ihn sogar. Sie lassen sich nicht gern auf den Schoß nehmen oder bleiben dort nur sehr kurz ruhig und mit Freude sitzen. Betroffene Babys lassen sich nur schlecht über Körpernähe beruhigen, wenn sie schreien. Viele Kinder werden zunehmend unruhig oder fühlen sich verspannt an, wenn sie von ihren Eltern umarmt werden. Andere lassen körperliche Zuwendung nur über sich ergehen, sind teilnahmslos und empfinden die Wärme und Liebe nicht, die zu ihnen strömt. Eltern spüren die Abwehr ihres Kindes. Sie fühlen sich abgewiesen und verletzt vom ablehnenden Verhalten ihres Kindes, trauen sich nicht Körpernähe einzufordern bzw. vermeiden diese aus Angst vor weiteren Enttäuschungen. Das hat zur Folge, dass betroffene Kinder immer weniger positive Lernerfahrungen im Zusammenhang mit Körperkontakt  machen und dass hingegen Körperblockierungen immer stärker aufgebaut werden.

Das Überwinden der Körperkontaktblockierung birgt große Chancen für das Erleben von Freude und die Intensivierung zwischenmenschlicher Beziehungen. Für Menschen mit autistischen Zügen ist es überhaupt der Weg, um einen positiven Kontakt zu Mitmenschen und Umwelt aufbauen zu können.

 

Körperbezogene Interaktionstherapie (KIT)

Dr. Fritz Jansen, Diplom-Psychologe und Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie, hat ein Verfahren zur Überwindungen von Körperkontaktblockierungen entwickelt. Die Behandlung heißt körperbezogenes Interaktionstraining nach Jansen (Abkürzung: KIT nach Jansen). Ausgehend vom Erleben der körperlichen Geborgenheit machen Kinder und Eltern neue Erfahrungen. Das Erlernen und Festigen positiven Erlebens im Körperkontakt erfolgt über die Berücksichtigung der Lerngesetze.

 

Therapieziel:

Hauptziel von KIT nach Jansen ist der Aufbau positiver Beziehungsfähigkeit (im Rahmen der Therapie in der Regel zu seinen Bezugspersonen Eltern, später generalisierend auf andere Personen). Das Kind soll lernen, emotionale und körperliche Nähe anzunehmen und aktiv aufzusuchen. Damit geht eine Verbesserung der Intensität und Qualität sowie der Häufigkeit der Beziehungsaufnahme einher.

 

Wann ist die Behandlung sinnvoll?

  • Wenn ihr Säugling ohne feststellbaren Grund viel schreit und sich schlecht beruhigen lässt.
  • Wenn Eltern häufig bei Wünschen und Aufforderungen auf Widerstand bei ihrem Kind stoßen, der Alltag oft zum Kampf wird.
  • Wenn Ihr Kind eine Wahrnehmungs- oder Aufmerksamkeitsstörung hat, lohnt es sich, die Frage nach einer Körperkontaktblockierung zu stellen.
  • Wenn Eltern einen Mangel beim Schmusen mit ihrem Kind fühlen, Zärtlichkeit nicht aktiv gesucht wird, ihr Kind zu grob oder zu schnell im Umgang mit Körperkontakt ist.


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